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aib diskursiv 

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aib zählt zu den TOP-100- Innovatoren 2026.

IHRE STIMME VON DER EXPO 2025

Sehr geehrter Andrej Pomtow,


vielen Dank für die Teilnahme an unserem Interview auf der Expo Real 2025.


Wir haben Ihre aufgenommenen Aussagen transkribiert und möchten diese nun gerne im Rahmen unserer Unternehmenskommunikation verwenden. Hierzu zählen unsere Social Media Kanäle (Linkedin, Instagram) sowie unser Magazin aib diskursiv (Print und Online)


Zur Abstimmung mit Ihnen erhalten Sie anbei Ihre Aussagen in Textform.


Bitte korrigieren Sie den Text bei Bedarf (Änderungen rot markieren) und senden Sie die Korrekturen zurück an uns über das Formular.


Anbei erhalten Sie ebenfalls Ihr erstelltes Portrait zu Ihrer freien Verfügung. Der Fotogtraf Markus Heinbach erteilt Ihnen hiermit das uneingeschränkte Nutzungsrecht.


diskursiv@aibonline.de

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Interview: Greta Galus

Fotografie: Markus Heinbach

Nachhaltigkeit braucht Haltung: Wie ganzheitliches Denken Städte, Gebäude und Projekte zukunftsfähig macht.


Unser Unternehmen haben Axel Funke und ich vor rund elf Jahren gegründet. Partnerschaftlich arbeiten wir seit über 25 Jahren zusammen. Zuvor waren wir Geschäftsführer der Multi Development Germany GmbH und haben uns intensiv mit der Entwicklung von Shoppingcentern und dem innerstädtischen Einzelhandel beschäftigt.


Schon damals – zu Multi Zeiten – vertraten wir mit unserem Entwicklungsansatz für Einzelhandelsimmobilien einen bewussten Gegenentwurf zu den klassischen, introvertierten Einkaufszentren der Mitbewerber. Uns ging es nie darum, in sich geschlossene „Konsumschachteln“ am Stadtrand zu bauen, sondern darum, Handel als integralen Bestandteil einer Stadt zu verstehen. Handel gehört historisch ins Zentrum, in gewachsene urbane Strukturen – und genau dort muss er auch zeitgemäß weiterentwickelt werden. Jedes Projekt braucht deshalb eine individuelle architektonische und städtebauliche Lösung, die sich aus dem Ort selbst heraus entwickelt und definiert.


Dieser Gedanke ist bis heute prägend, auch für unser unternehmerisches Handeln mit der Fokus Development AG. Wir setzen diese Haltung heute in einem kleineren, gerne auch in einem mittelstädtischen Maßstab um – mit dem Fokus auf die Schlüsselimmobilien in den jeweiligen Innenstädten. Das sind Orte mit besonderer Bedeutung: Marktplätze, Kreuzungen, Fußgängerzonen oder historisch gewachsene Stadträume, an denen sich Stadtleben verdichtet. Solche Standorte verlangen nach mehr als Standardlösungen. Sie brauchen Konzepte, die Architektur, Nutzung, Stadtraum und Identität miteinander verbinden, nutzungs- und generationenübergreifend.


Auch unser Logo spiegelt diesen Ansatz wider: Es abstrahiert darin einen klassischen, städtebaulichen „Schwarzplan“ – einen Kreuzungsbereich mit vier Stadtbausteinen. Die Idee besteht nicht nur allein darin einfach eine Lücke dieser Kreuzung zu füllen, sondern einen Baustein bewusst weiterzudenken, ihm einen „Dreh“ zu geben und damit eine besondere DNA im Stadtraum zu verschaffen. Nachhaltigkeit beginnt für uns genau hier: im Verständnis des gewachsenen Ortes, seiner Geschichte und seiner zukünftigen Funktion im urbanen Gefüge.

Nachhaltigkeit bedeutet für uns daher nicht nur Energieeffizienz- oder Materialfragen zu klären, sondern vor allem ganzheitliches Denken. Ein Projekt ist dann nachhaltig, wenn es städtebaulich funktioniert, architektonisch überzeugt, langfristig genutzt wird und wirtschaftlich tragfähig bleibt. Dafür braucht es generalistisches Denken: die Fähigkeit, Architektur, Stadtentwicklung, Wirtschaftlichkeit und Nutzung gemeinsam im Blick zu behalten und zu steuern.


Unsere Erfahrung zeigt, dass nachhaltige Projekte vor allem dann gelingen, wenn man sie nicht isoliert betrachtet, sondern sie als Teil eines größeren städtischen Zusammenhangs betrachtet. Generalistisches Denken ist dabei kein Gegensatz zu fachlicher Tiefe, sondern die Voraussetzung dafür, dass unterschiedliche Disziplinen sinnvoll zusammenwirken. Genau darin sehen wir unseren Beitrag: Orte zu entwickeln, die nicht austauschbar sind, sondern Identität stiften – und damit langfristig Bestand haben.


Nachhaltige Stadtentwicklung beginnt für mich mit einer einfachen, aber entscheidenden Haltung: Jede Stadt bietet individuelle Entwicklungschancen – man muss sie nur lesen lernen. Das gilt ganz besonders für Städte wie zum Beispiel Duisburg, die oft vorschnell als „schwieriger Investitionsstandort“ oder wenig attraktiv wahrgenommen werden. Gerade dort liegt enormes Potenzial, wenn man die historische Entwicklung, die räumlichen Strukturen und die städtebaulichen Leitlinien begreift:

Die Stadt Duisburg hat sich im 19. Jahrhundert nahezu radikal neu erfunden – durch Kohle, Stahl und Industrie ist sie explosionsartig gewachsen und stadträumlich weit über ihre historischen Grenzen hinaus expandiert. In diesem „Modernisierungsprozess“ hat sie ihren historischen Marktplatz faktisch eingebüßt. Stattdessen entstand mit der Königstraße eine Pracht- und Verwaltungsachse monumentalen Ausmaßes, die alles an Infrastruktur bündelte, was Rang und Namen hatte: Theater, Banken, die Börse, Warenhäuser und ein neues Rathaus. Die historische Altstadt verlor ihre Bedeutung, die „neue Mitte“ wurde linear/axial in einer dem Zeitgeschmack und den neuen bautechnischen Möglichkeiten entsprechenden, städtebaulichen Körnung organisiert.


Nach dem Krieg wurde diese Achse zur Fußgängerzone – doch das Einkaufsverhalten hat sich über die Jahrzehnte hinweg betrachtet grundlegend verändert. Eine zweieinhalb Kilometer lange lineare Einkaufsstraße entspricht heute nicht mehr den Bedürfnissen der Menschen. Was fehlt, ist eine Verdichtung und ein Ort der Mitte, ein räumlicher Anker, der Orientierung, Aufenthaltsqualität und Identität schafft.


Genau hier setzte das 2008 eröffnete Projekt „Forum Duisburg“ an, das wir in zentraler Fußgängerzonenlage entwickelt haben. Der Entwicklungsansatz bestand nicht nur allein darin, eine individuelle Einzelhandelsimmobilie aus einzelnen Stadthäusern bestehend zu konzipieren, sondern darüber hinaus auch einen städtischen Ort als Mittelpunkt der Königstraße zu schaffen. Am heutigen König-Heinrich-Platz – städtebaulich gefasst durch die Oper, das Amtsgericht, CityPalais und Galeria Warenhaus – wurde eine neue Mitte innerhalb der Königstraße definiert. Der Platz wurde räumlich gefasst, aufgewertet, begrünt und horizontal strukturiert, um Aufenthaltsqualität zu schaffen und Urbanität zu ermöglichen. Sozusagen als ein urbaner „Marktplatz“ des 21. Jahrhunderts. Genau dies entspricht unserem Verständnis von Nachhaltigkeit und ganzheitlichem Denken bei der Entwicklung von Immobilien in Innenstädten.

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