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Smart Factory

Olga Paul

M.Sc. Bauingenieurwesen
Architektin AKNW
Gesellschafterin
 
Projektleitung

Dynamische Prozesse, dauerhafte Gebäude

Neutralität im Industriebau bedeutet, die präzise Antwort auf eine unbekannte Zukunft zu finden. Industriegebäude wirken über Jahrzehnte, die Produktionsprozesse, die sie beherbergen, verändern sich weitaus schneller. Wer heute baut, legt damit nicht nur die Gegenwart fest, sondern auch wie handlungsfähig der Standort in den kommenden Jahrzenten sein wird. Doch wie plant man das Unbekannte?


Moderne Industriekonzepte unterliegen einer starken Dynamik. Automatisierungsgrade steigen, Prozesse werden digitaler, Produktionsabläufe ändern sich, teils im Jahresrhythmus.Tragwerk, Gebäudehülle und Technische Gebäudeausrüstung dagegen werden einmal errichtet und bleiben über Jahrzehnte erhalten. Das schafft ein Spannungsverhältnis, das in der Planung präzise adressiert werden muss: Ein Gebäude, welches exakt auf die heutigen Prozesse zugeschnitten ist, läuft Gefahr, in wenigen Jahren nicht mehr zur veränderten Produktion zu passen. Das Investment bleibt, die Passgenauigkeit nicht.


Die Frage nach Spezifizierung und Neutralität


Aus diesem Spannungsverhältnis ergibt sich für uns eine der wichtigsten Fragen in der Planung: Wie viel Spezifizierung ist sinnvoll, und wo schafft Neutralität den größeren Langzeitwert?


Pauschale Flexibilität ist keine Antwort, je mehr Reserven und Anpassungsspielraum eingeplant werden, desto kostenintensiver das Projekt. Neutralität und Wirtschaftlichkeit müssen also gegeneinander abgewogen werden.


Die Aufgabe liegt darin, präzise herauszuarbeiten, wo Neutralität am wirksamsten ist, sowohl räumlich, technisch als auch organisatorisch.


Unser Weg führt über eine pragmatische, kostenoptimierte Grundstruktur. Darauf aufbauend, prüfen wir gemeinsam mit den Bauherren, in welchen Bereichen flexible Elemente langfristig den größten Nutzen haben.


Umnutzbarkeit und Erweiterbarkeit


Neutralität im Industriebau zeigt sich entlang zweier Dimensionen: Umnutzbarkeit und Erweiterbarkeit. Im Sinne einer Umnutzbarkeit ermöglicht das Gebäude auf veränderte Prozesse reagieren zu können, ohne grundlegend angepasst werden zu müssen. Stützenraster, lichte Höhen, Lastaufnahme und Medienführung werden so dimensioniert, dass sie künftige Nutzungen offenhalten. Der Umbau im laufenden Betrieb wird von Beginn an mitgeplant. Das Gebäude ist die Bühne, die Prozesse darin die Hauptdarsteller. Für eine Erweiterbarkeit werden wachstumsfähige Bausteine von Beginn an vorgesehen. So bleibt der Standort strategisch handlungsfähig, ohne an baulichen Grenzen zu scheitern.


Value Engineering als Werkzeug


Neutralität an den richtigen Stellen setzt voraus, an anderer Stelle konsequent zu optimieren.


Value Engineering bietet dafür einen strukturierten Rahmen. Durch die durchgängige Analyse von Wert und Nutzen lassen sich Funktion, Kosten und Ressourceneinsatz so aufeinander abstimmen, dass Budget für die Flexibilitätsmaßnahmen frei wird, die ein Gebäude langfristig nutzbar machen. Die Qualität bleibt dabei unverändert.


Viele dieser Potenziale zeigen sich erst an den Schnittstellen zwischen den Disziplinen. Wir entwickeln Lösungen deshalb im Dialog zwischen Architektur, Fachplanung, Gutachtern und Ausführenden. Diese integrale Lösungsfindung ist fester Bestandteil unserer Projektarbeit.

Präsentation

Ein Beispiel aus der Praxis

01

Weniger Baukosten. Mehr Investitionsspielraum.

Bei der Planung einer Produktionshalle erwies sich die Abdichtung der Bodenplatte als erheblicher Kostenfaktor. Statt auf konventionelle, kostenintensive Abdichtungssysteme zurückzugreifen, untersuchten wir gemeinsam mit dem Baugrundgutachter die tatsächliche Wasserbelastung des Standorts. Dabei zeigte sich, dass ausschließlich Niederschlagswasser relevant war. Natürliche Bodenschichten, notwendige Baugrundsanierungen und versiegelte Logistikflächen ermöglichten eine alternative Lösung: Durch gezielte mineralische Abdichtungen im Randbereich konnte auf eine flächige Abdichtung unter der Bodenplatte vollständig verzichtet werden – ohne Abstriche bei Qualität, Sicherheit und Funktionalität. Der konkrete Nutzen für den Bauherrn: deutlich reduzierte Baukosten und zusätzlicher finanzieller Spielraum für Investitionen in produktionsrelevante Bereiche. Statt Kapital in technisch nicht erforderlichen Maßnahmen zu binden, wird es dort eingesetzt, wo es einen unmittelbaren betrieblichen Mehrwert schafft. Dieser Ansatz prägt unsere gesamte Planung: Wir hinterfragen Standardlösungen, bewerten Alternativen unabhängig und stimmen technische, funktionale und wirtschaftliche Anforderungen aufeinander ab. Ob bei Brandschutzsystemen, Gebäudetechnik oder Logistikprozessen – entscheidend ist nicht die aufwendigste, sondern die sinnvollste Lösung. Für Bauherren bedeutet das: mehr Kostensicherheit, gezielter Kapitaleinsatz und Gebäude, die langfristig wirtschaftlich und funktional überzeugen. Unsere integrierte Planung schafft dafür die Grundlage – von der ersten Konzeption bis zur Fertigstellung und mit Blick auf den gesamten Lebenszyklus.

Ferrero
Neue Werkshalle für Ferrero

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Ferrero
Ganzheitliche Planung, Entwicklung und Fabrikations-Realisierung

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MAN
Montagehalle

02

Vom Energieverbrauch zum Kreislauf

Ein weiterer Ansatz liegt in der frühzeitigen Betrachtung der Energieflüsse zwischen Produktion und Gebäude. In industriellen Projekten entstehen häufig hohe Wärme- oder Kältebedarfe sowie nutzbare Abwärmeströme aus Produktionsanlagen, Kälte- und Drucklufterzeugung oder technischen Nebenprozessen. Werden diese Energieflüsse getrennt betrachtet, entstehen leicht separierte Systeme: Prozesswärme wird abgeführt, während das Gebäude an anderer Stelle zusätzliche Heiz- oder Kühlenergie benötigt. Integrale Planung zielt darauf, solche Parallelstrukturen zu vermeiden. Dafür müssen die Daten aus Produktion und Gebäude zusammengeführt werden: Welche Anlagen erzeugen Abwärme? Zu welchen Zeiten fällt sie an? Auf welchem Temperaturniveau steht sie zur Verfügung? Wo bestehen gleichzeitig Heiz-, Warmwasser- oder Lüftungsbedarfe? Erst durch diese gemeinsame Betrachtung lässt sich beurteilen, ob Prozessabwärme sinnvoll in die Gebäudetechnik zurückgeführt oder für andere betriebliche Verbraucher nutzbar gemacht werden kann. Der planerische Mehrwert liegt nicht allein in einer effizienteren Technik. Entscheidend ist die Gesamtbilanz des Standortes. Wenn Energie, die im Prozess ohnehin entsteht, im Gebäude oder in Nebenprozessen genutzt werden kann, sinken Energieverluste und technische Systeme können schlanker dimensioniert werden. Gleichzeitig wird verhindert, dass Produktion und Gebäude energetisch nebeneinander geplant werden, obwohl sie im Betrieb voneinander abhängig sind.

03

Dreidimensionale Produktion und Logistik

Ein Beispiel für das Zusammendenken von Gebäude, Technik und betrieblichen Prozessen ist die Einbindung eines neuen Produktions- und Logistikgebäudes an einen bestehenden Produktionsbereich. Die fertigen Waren sollten über eine Förderbrücke aus dem Bestand in den Neubau transportiert werden. Aus Sicht des Nutzers lag zunächst eine schräge Verbindung nahe, da Start- und Endpunkt nicht orthogonal zueinander liegen. Mit der integralen Betrachtung konnte eine andere Lösung entwickelt werden: Der gesamte Materialfluss wurde dreidimensional konzipiert, statt von vorne nach hinten oder oben nach unten. Mit dieser zentralen Organisation wurde der Materialfluss optimiert und die Prozesse der mehrgeschossigen Produktion im Bestand mussten nicht unterbrochen werden. Gleichzeitig entstand aus der Anbindung der Förderbrücke an einen Treppenhauskern ein Mehrwert für die Mitarbeitenden, da die Logik der Gebäudenutzung besser nachvollziehbar und damit die Orientierung innerhalb der Produktion verbessert wurde. Der Einbau der Förderbrücke konnte so als systematischer Bestandteil des Gebäudekonzepts genutzt werden – mit einer zusätzlichen Funktion als Vordach und prägendes Element des Eingangsbereichs. Das Beispiel zeigt, dass technische Anforderungen nicht nachträglich in ein Gebäude eingepasst werden sollten. Werden sie frühzeitig als Teil der Gesamtstruktur verstanden, können sie die Gebäudenutzung, Orientierung und Prozessführung gleichermaßen verbessern.

Integrale Industriebauplanung: Mehr Effizienz, geringere Kosten und schnellerer Return on Investment.

Ganzheitliche Verantwortung – ein Partner für alles

Von der ersten Projektidee bis zur Inbetriebnahme liegt die Verantwortung in einer Hand. Das reduziert Schnittstellen, beschleunigt Entscheidungen und sorgt für klare Zuständigkeiten.

Effizienz in Zeit und Kosten durch integrale Planung

Die enge Verzahnung von Architektur, Technik, Produktion und Logistik minimiert Reibungsverluste – mit spürbaren Vorteilen bei Bauzeit, Budget und Prozesssicherheit.

Einfache, kompakte und flexible Gebäudekonzepte

Durch intelligente Planung entstehen reduzierte, effiziente Gebäudestrukturen. Weniger Komplexität bedeutet geringere Baukosten und gleichzeitig hohe Anpassungsfähigkeit.

Funktionale Lösungen bei gesicherter Qualität

Der Fokus liegt auf leistungsfähigen, praxisorientierten Lösungen, die exakt auf Produktionsprozesse abgestimmt sind – ohne Überplanung, aber mit hoher technischer Qualität.

Werksentwicklung mit Weitsicht

Standorte werden strategisch gedacht: Erweiterbarkeit, Umnutzung und langfristiger Werterhalt sind von Anfang an Teil des Konzepts.

Umbau im laufenden Betrieb

Bestehende Produktionsabläufe werden bei Erweiterungen oder Umbaumaßnahmen berücksichtigt. So lassen sich Stillstände minimieren und Investitionen im Bestand wirtschaftlich umsetzen.

Erfahrung und kontinuierliche Optimierung (Value Engineering)

Erfahrung aus komplexen Projekten und gezielte Optimierungsschleifen im Planungsprozess sorgen für wirtschaftlich optimale Lösungen – sowohl bei Neubauten als auch im Bestand.

Reduzierte Gesamtbaukosten

Einfache, kompakte und funktional optimierte Gebäudekonzepte senken Investitionskosten – ohne Qualitätsverlust.

Weniger Nachträge und höhere Kostensicherheit

Integrale Planung und klare Verantwortung minimieren Planungsfehler und Schnittstellenprobleme – das schützt vor teuren Nachträgen.

Schnellere Inbetriebnahme = früherer Umsatz

Optimierte Planungs- und Bauprozesse verkürzen die Projektlaufzeit. Die Produktion kann früher starten – der Return on Investment wird beschleunigt.

Geringere Betriebskosten über den Lebenszyklus

Effiziente Prozesse, optimierte Logistik und abgestimmte Gebäudetechnik reduzieren Energie-, Wartungs- und Prozesskosten nachhaltig.

Minimierte Produktionsausfälle bei Umbauten

Durch Planung für den laufenden Betrieb können Erweiterungen und Anpassungen erfolgen, ohne kostenintensive Stillstände zu verursachen.

Vermeidung teurer Umbauten durch Flexibilität

Zukunftsfähige, anpassbare Gebäude reduzieren den Aufwand für spätere Umstrukturierungen oder technologische Veränderungen.

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