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Zukunft planen

Das neue Turbocharger Performance Center der MAN Diesel & Turbo SE in Augsburg ist ein Signal für die Sicherung des Standortes.  Hochkomplexe Prozesse verbinden sich hier mit zukunftsweisender Prüftechnik maßgeschneiderte Architektur mit einem innovativen Planungsansatz. Wir nahmen den Baubeginn zum Anlass für ein Gespräch über Zukunftsfähigkeit.

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Pieter F. den Haan 
Geschäftsführender Gesellschafter, aib GmbH

Für die MAN Diesel & Turbo SE in Augsburg befindet sich ein ganz besonderes Gebäude im Bau. Die komplexen Prozesse im neuen Turbocharger Performance Center erfordern ein hochspezialisiertes Planungsteam. Als Generalplaner gewährleistet aib gemeinsam mit MAN-Ingenieuren die Umsetzung der hohen Anforderungen an den Betrieb. Ein Gespräch zwischen den Projektpartnern über eine einzigartige Bauaufgabe.

Hochkomplexe Vorgaben,
maßgeschneiderte Lösung.

 

 

Pieter F. den Haan (aib): Das Turbocharger Performance Center (TPC) in Augsburg befindet sich gerade in der Bauphase. Die Zusammenarbeit zwischen MAN und aib ist bei diesem Projekt besonders intensiv, da es sich um ein Gebäude mit sehr speziellen Herausforderungen handelt. Ein Anlass für uns, mit Ihnen als projektleitende Ingenieure nochmals über die spezifischen Anforderungen und Prozesse des Neubaus zu sprechen.  Friedhelm Heinz (MAN): Grundsätzlich nutzt der Turbolader einen Teil der Energie des Motorabgases um die Ansaugluft des Motors zu verdichten und damit mehr Ansaugluft in den Zylinder zu befördern. Damit werden die Effizienz und der Wirkungsgrad des Motors gesteigert und der Verbrauch von Kraftstoff reduziert. Eine der zukunftsweisenden Technologien für Turbolader ist heute die zweistufige Aufladung, die den Wirkungsgrad des Motors nochmals erhöht.  Martin Maier (MAN): Eines der Hauptargumente für die Investition in das neue Turbocharger Performance Center ist es, diese neue Technologie vollumfänglich erproben zu können. In den vorhandenen Prüfständen ist das nicht in der gewünschten Art und nach unseren Qualitätsansprüchen möglich. Wir möchten nicht die alten Anlagen nur renovieren, sondern zusammen mit aib das Testumfeld neu, innovativ und nachhaltig gestalten.

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MAN Turbocharger 
Performance Center

Nach über zwei Jahren Vorbereitung begann im November 2017 die Bauausführung des TPC für 
MAN Diesel & Turbo in Augsburg.

 

"Was das Projekt so spannend macht, ist die Einzigartigkeit des Gebäudes und dessen technischer Infrastruktur. Man wird vermutlich nicht viele Planer finden, die so etwas schon einmal gebaut haben. Es fehlt eine Referenz sowohl bei der Architektur als auch bei der Technik."

 

Friedhelm Heinz 
Head of Major Project Management 
Production, Central Services, 
MAN Diesel & Turbo SE

 

 

Pieter F. den Haan: Als technisches Gebäude ist das TPC ein Unikat mit ganz besonderen Inhalten – sei es die Anzahl der Medien, die Installationsdichte, die Strom- und Luftversorgung etc. Einzelne bauliche Elemente wie die Bodenplatte bewegen sich fast an der Grenze des Machbaren. Für die im Gebäude ablaufenden Prozesse sind diese sehr speziellen Baumaßnahmen aber unabdingbar.   Friedhelm Heinz: Im TPC wird die Performance von Turboladern getestet, um ihre Effizienz und Lebensdauer zu erhöhen. Es gibt im Gebäude verschiedene Prüfstände, die das Gesamtprodukt und die Einzelkomponenten testen können. Letztlich geht es um die Optimierung der einzelnen Komponenten, die in der Summe das Gesamtprodukt verbessern. Die weiterentwickelten und geprüften Komponenten lassen sich wie bei einem Baukasten relativ schnell zum fertigen Produkt zusammenbauen. Damit werden die Entwicklungszyklen von Turboladern deutlich verkürzt.   Pieter F. den Haan: Um die Zukunftsfähigkeit unserer Planungsleistungen zu gewährleisten, arbeiten wir bei aib seit einigen Jahren mit dem Building Information Modelling (BIM). Beim TPC sind wir über spezielle Software in der Lage, jederzeit Kollisionsprüfungen zwischen der Gebäudestruktur und dem komplexen Rohrleitungsnetz im Inneren durchzuführen.   Friedhelm Heinz: BIM ist ein essentieller Bestandteil des Projektes, um überhaupt mit dieser Komplexität umgehen zu können. Es handelt sich ja um eine Plattform, auf der sich die verschiedenen Gewerke austauschen können, um frühzeitig Probleme zu erkennen und Lösungen zu entwickeln. Aus meiner Sicht ist BIM mit dem 3D-Modell mittlerweile das einzig sinnvolle Tool, um den Planungsaufwand solcher Projekte möglichst effizient zu halten.

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3-D Modell

 

 

Martin Maier: Beim TPC besteht eine der Herausforderungen darin, dass die hochkomplexe technische Infrastruktur das Gebäude so stark beeinflusst. Umso wichtiger war es, frühzeitig die komplexen technischen Belange und das Know-how des Architekten mit der TGA-Planung zusammenzubringen. Ohne BIM hätte das nur mit einem erheblichen planerischen Mehraufwand funktioniert.   Pieter F. den Haan: Als Planer reagieren wir auf die hochkomplexen technischen Vorgaben mit maßgeschneiderten baulichen Lösungen. Neben der Infrastruktur stehen beim TPC auch die Gebäude- und Arbeitssicherheit im Vordergrund. Im Einklang mit den Design Guidelines von MAN haben wir bei allen diesen Anforderungen immer eine angemessene architektonische Gestaltung im Blick.  Martin Maier: Mit aib konnten wir Gestaltungselemente aus dem Planungsprozess heraus entwickeln. Ein Beispiel ist die Luftansaugung für die Kompressoren und den Prüfprozess. Für diese technische Notwendigkeit hat aib auf fast spielerische Weise eine architektonische Lösung gefunden.

"Auch für Elemente wie die Zufahrtstore und Verkehrswege wurde ein stimmiges und wirtschaftlich realisierbares Design für das Gesamtbild konzipiert. Das ist für uns ein wesentlicher Aspekt, denn so technisch wie der Neubau ist, so sehr repräsentiert er das Unternehmen MAN auch nach außen."

 

Martin Maier Project Manager, Turbocharger Performance Center (ETEV), MAN Diesel & Turbo SE

 

 

Friedhelm Heinz: Das Unternehmen MAN ist sehr heterogen aufgestellt, daher gibt es individuelle Anforderungen für unterschiedliche Projekte und Standorte. Für das Corporate Design ist es aber sehr wichtig, wenn sich wie bei den zusammen mit aib realisierten Projekten eine gemeinsame Architektursprache herausbildet.  Pieter F. den Haan: Mit aib begleiten wir MAN seit Jahren bei sehr unterschiedlichen Projekten. Unser integraler Planungsansatz mit der Perspektive verschiedener Disziplinen hilft bei der ganzheitlichen Begleitung der jeweiligen Bauaufgabe. Beim TPC tauschen wir uns täglich aus und diskutieren Fragen auch wirklich zu Ende.   Martin Maier: Eine integrierte Planung ist die Voraussetzung für dieses Projekt. Für uns ist es erheblich einfacher, wenn möglichst wenige Planer beteiligt sind. Ursprünglich gab es einen separaten TGA-Planer, was für uns schwer zu koordinieren war. Der große Vorteil des integralen Ansatzes von aib und aib tec ist es, dass wir einen Generalplaner als Projektpartner haben, der so viel wie möglich selbst umsetzen kann – denn am Ende entscheidet immer das Detail.

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