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Welche Auswirkungen hat die zunehmende Digitalisierung auf die Planung und Qualität von Architektur? 

Nachlese | Digitalisierung und Baukultur | 14.02.2019


Diese Frage diskutierten am 14. Februar 2019 die Teilnehmer der aib Dialog Veranstaltung „Digitalisierung und Baukultur“ in Duisburg. Im Börsensaal der Niederrheinischen IHK beleuchteten die Referenten Dr. Gerhard Schubert von der TU München, André Pilling von der DeuBIM GmbH und Kai-Uwe Lompa von aib unterschiedliche Aspekte der Ausbildung und des digitalen Planungsalltags von Architekten. Christof Nellehsen von aib moderierte die anschließende Diskussion, bei der sich ein lebendiger Austausch mit dem Publikum über zukunftsweisende Themen der Digitalisierung entwickelte.


Deutschland hat beim digitalen Planen und Bauen im internationalen Vergleich noch einiges aufzuholen – darin waren sich die Teilnehmer einig. Länder wie England oder Singapur, in denen wenige Global Player aus Planung und Baugewerbe den Markt beherrschen, vollziehen die digitale Transformation des Bauwesens viel schneller, während hierzulande noch Standards definiert werden. „Die Standardisierung in Deutschland schreitet voran, ist aber im Prozess noch nicht abgeschlossen“, so André Pilling. Aufgrund der ähnlichen Strukturen eignen sich die benachbarten Niederlande oder die skandinavischen Ländern dabei als Vorbild.


Viele kleine und mittelständische Architekturbüros prägen in Deutschland die besondere Wettbewerbs- und Planungskultur. Dies wäre eine im internationalen Vergleich besondere Marksituation stellte sich in der Diskussion heraus. Damit verbunden ist die Frage, wie diese Bürostrukturen langfristig zu einer Bewältigung der zu erwartenden digitalen Investitionen und Datenmengen befähigt werden können. Andernfalls drohe eine Marktkonsolidierung hin zu wenigen großen Büros mit nachhaltigen Folgen für die hiesige, von Vielfalt geprägte Baukultur. Im Zusammenhang mit digitalen Planungstools wie dem Building Information Modeling (BIM) wurde zudem die bestehende digitale Infrastruktur (Stichwort schnelles Internet) kritisch hinterfragt.

 

„Die ganze Systematik muss in Deutschland erst mal bis ins Detail durchgearbeitet werden“, so Kai-Uwe Lompa.

 

„BIM ist nicht sexy“, fasste Dr. Gerhard Schubert Erfahrungen aus seiner Hochschultätigkeit zusammen. Junge Architekten finden nur erschwert Zugang zu BIM, auch eine zügige Implementierung in den Büros und eine Weiterentwicklung der gegebenen Tools hin zu mehr Benutzerfreundlichkeit bleibt bislang aus. Ist doch der Erfolg von digitalen Tools maßgeblich an deren Benutzerfreundlichkeit und intuitiver Bedienung gekoppelt. Andere digitale Planungstools und Themen wie künstliche Intelligenz finden bei Studenten mehr Anklang. Dem wurden seitens des Publikums die großen Vorteile von BIM entgegengehalten. Architekten und Bauherren, die bereits Projekte dieser Art realisiert haben, erfahren, wie sie langfristig davon profitieren. Insbesondere wurde hervorgehoben, dass sich das gegenseitige Verständnis aller am Bau Beteiligten verbessert und lösungsorientierter sowie nachhaltiger gearbeitet würde. Die Methode fördert eine integrale Planung und damit hätte diese Arbeitsweise großes Potenzial zu mehr Innovation im Planen und Bauen. Hervorgehoben wurden letztlich das große Potenzial für die Planungs- und Bauqualität und der Mehrwert an Effizienz und Wirtschaftlichkeit. Mit Bedacht und zielgerichtet eingesetzt könnten digitale Planungstechniken der zu erwartenden Komplexität zukünftiger Planungsaufgaben bestens gerecht werden, so das Fazit der Teilnehmer.



 

Podiumsdiskussion


Referent Dr. Gerhard Schubert im Gespräch mit André Pilling, Kai-Uwe Lompa und Christof Nellehsen über Ausbildung und digitalen Planungsalltag von Architekten.


Neue Herausforderungen und Chancen


Die Digitalisierung des Bauwesens schreitet unaufhaltsam voran. Was in der Telekommunikation, Autoindustrie und anderen Branchen längst üblich ist, soll auch beim Planen und Bauen zum Standard werden. Das Schlüsselwort hierfür lautet Building Information Modeling (BIM). Bis 2020 ist die stufenweise Einführung als Standard für größere Bauprojekte in Deutschland geplant. Alle am Bau Beteiligten werden sich daher früher oder später mit BIM beschäftigen müssen.


Für die erfolgreiche Gestaltung des digitalen Wandels nutzen die Architekten und Ingenieure von aib schon heute das innovative Potenzial von BIM. In Zusammenarbeit mit den Experten der Düsseldorfer DeuBIM Gruppe führen sie das digitale Verfahren schrittweise ein und wenden es auf die eigenen Projekte an. Denn für die Planung und Steuerung komplexer Bauten bietet BIM entscheidende Vorteile – nicht nur für die eigenen Projektabläufe, sondern auch für Bauherren und Nutzer. Zuverlässigkeit, Termintreue und Kostenreduktion sind nur einige Vorzüge, die mit dem innovativen Verfahren verbunden werden. Als Methode für die optimierte Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Bauwerken hat BIM weitere wesentliche Vorteile:


Simultane Vernetzung


Mit BIM wird die simultane Vernetzung aller am Planungsprozess Beteiligten überhaupt erst möglich. Ein zentrales, virtuelles Gebäudemodell in 3D ermöglicht es den verschiedenen Projektbeteiligten, sich zeitgleich über den aktuellen Planungsstand zu verständigen. Im Idealfall arbeiten alle mit derselben Datenbank und haben jederzeit Zugriff auf die Informationen. Auf der Grundlage des digitalen Modells werden die für den Lebenszyklus des Bauwerks relevanten Informationen und Daten deutlich besser erfasst, miteinander verknüpft und verwaltet als bisher.


Größere Planungssicherheit


Die digitale Bündelung von Planungsdaten in einem System erlaubt es, Gebäude zunächst virtuell fertigzustellen, bevor sie tatsächlich gebaut werden. Planungsfehler, die sonst erst während der Bauphase erkannt werden, lassen sich so von vornherein vermeiden. Außerdem wird eine präzise Leistungsvorhersage möglich, um zum Beispiel ökonomische Aspekte eines Projekts bewerten und optimieren zu können. Während des Projektablaufs erhöht die ständige Kontrolle des Ist-Zustands im Abgleich mit den Zielen wesentlich die Planungssicherheit.


Höhere Transparenz


Mit BIM werden alle relevanten Gebäudedaten digital erfasst, kombiniert und vernetzt. Sämtliche Planungspartner gewinnen damit mehr Transparenz in der Ausführung. Der Informationsfluss wird erheblich verbessert. Gleichzeitig wird für den Planer verlässlicher, was der Auftraggeber von ihm erwartet. Es wird deutlicher, welche Informationen in welcher Leistungsphase oder zum Abschluss des Bauvorhabens beispielsweise für das Facility Management benötigt werden.


Kollaboration aller Beteiligten


BIM ist eine neue Form der interdisziplinären Teamarbeit. Der ganzheitliche Ansatz dieser Methode beruht auf der gemeinsamen Informationsbasis des virtuellen Modells. Sie dient den beteiligten Planern als transparente Plattform für den Datenaustausch. Statt der isolierten Tätigkeit einzelner Planungspartner steht von Anfang an der gemeinschaftliche Projekterfolg im Vordergrund. Eine intensivere Zusammenarbeit aller Disziplinen verbessert den gesamten Projektablauf.


Der ganzheitliche und kooperative Ansatz von BIM ist für aib nicht neu. Seit über zehn Jahren setzen die Duisburger Planer auf eine integrale Bürostruktur. Erfahrene Teams aus Architekten, Ingenieuren, Prozessplanern und Controllern stehen für jedes Projekt zur Verfügung. Über den bereichsübergreifenden Austausch gewährleisten sie jeweils die bestmögliche Lösung. Dieser ureigene Planungsansatz wird mit BIM auf eine neue Stufe gestellt. Was bislang kaum möglich war, nämlich der simultane Austausch wirklich aller Prozessbeteiligten, wird mit der Implementierung von BIM nun Realität.


Vor diesem Hintergrund war die Weiterentwicklung des Unternehmens für aib der folgerichtige nächste Schritt. Seit Juli 2016 erweitert die aib tec GmbH das umfassende Leistungsspektrum des Duisburger Architektur- und Planungsbüros. Die neue Gesellschaft für TGA-Planung, Beratung und Engineering bietet nun gemeinsam mit aib eine lückenlose Generalplanung unter einem Dach – und das auf dem neuesten technologischen Stand. Die umfassende Kompetenz in allen Leistungsphasen des Planens und Bauens wird so in eine neue digitale Dimension überführt.



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Christof Nellehsen

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Über aib

Seit über 15 Jahren steht aib für Baukultur und Architekturqualität bei der Realisierung innovativer Arbeitswelten. Zu den Auftraggebern gehören Unternehmen wie Siemens, MAN, Ferrero und Deutsche Bahn. Bis heute plante und realisierte das Duisburger Architekturbüro über 300 zukunftsfähige, energetisch und ökologisch optimierte Industrie- und Verwaltungsbauten im nationalen wie internationalen Markt. Dazu gehören auch zahlreiche städtebauliche Planungen, Beratungsaufträge sowie Revitalisierungsprojekte. Mit Einführung des Building Information Modeling (BIM) und Gründung der aib tec GmbH wurde das umfangreiche Leistungsspektrum  erweitert. Gemeinsam mit der neuen Gesellschaft bietet aib eine lückenlose Generalplanung unter einem Dach – von der Konzeption über die Planung bis hin zur Realisierung von komplexen Bauaufgaben.

Ansprechpartner


Christof Nellehsen

Dipl.-Ing. Architekt BDA und Stadtplaner SRL

 
 
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