Revitalisierung
Nach statistischen Erhebungen sind 40% aller Gebäude in Deutschland in den Jahren zwischen 1950-1975 entstanden. Es gibt keine Epoche der Vergangenheit, die unsere gebaute Umwelt so sehr prägt. Diese Architektur ist somit wesentlicher Teil unseres kulturellen Erbes.
Die Architektur der 50er bis 70er Jahre ist in die Jahre gekommen. Diese Bauten sind zwar alt, aber nicht historisch und ihre Erhaltung somit vielen Menschen erklärungsbedürftig.
Altes würdigen
Oftmals sind diese, den einstigen gesellschaftlichen Anforderungen ihrer Entstehungszeit entrückten Bauwerke in die Jahre gekommen. Ungepflegt und teils rücksichtslos übernutzt gibt ihre Erhaltung häufig genug Anlass zu breiten gesellschaftlichen Diskussionen. Sollen sie überhaupt und in welchem Umfang erhalten werden und mit welchem Aufwand lassen sie sich heutigen Anforderungen an Gebäude sowie dem sich verändernden gesellschaftlichen Leben anpassen?
Dieser - nicht nur theoretische - Transformationsprozess bedarf bei der Entscheidung für die Erhaltung von Bausubstanz einer intensiven analytischen Auseinandersetzung mit dem Gebäude und seiner Grundrissstruktur. Dies geschieht von unserer Seite immer mit Respekt gegenüber den Qualitäten der Vorgängergeneration. Hängt doch die Zukunftstauglichkeit des Gebäudes maßgeblich von der Funktionalität der Grundrisse und deren Nutzungsmöglichkeiten ab.
Energetisch optimieren
Die energetische Sanierung steht nicht zuletzt wegen steigender Energiepreise und dem daraus folgenden Kostendruck für die Betreiber bei der Realisierung von Maßnahmen meist im Fokus der Projektbearbeitung.
Dazu gehört notwendigerweise die Sanierung der Gebäudehülle. Oftmals geht es in diesem Kontext auch darum, die ursprüngliche Eleganz der Architektur unter Verwendung zeitgemäßer Konstruktionen nach bereits erfolgten Eingriffen in die Bausubstanz wieder freizulegen. Handelt es sich um ein Denkmal, hat dies möglichst unter Achtung der bestehenden Bausubstanz ohne verändernde Eingriffe in Proportion und Maßstab der Fassaden zu erfolgen.
Neues erreichen
aib greift auf Basis der umfangreichen Erfahrungen und der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema
Sanierung und Revitalisierung von Gebäuden der Nachkriegsarchitektur für diese besondere Aufgabe auf eigens entwickelte Planungsmethoden zurück.
Das Bestreben unserer Architekten und Ingenieure ist, die gestalterischen, baulichen und technischen Qualitäten eines jeden Gebäudes angemessen aufzuarbeiten, zu analysieren und den neuen Anforderungen anzupassen. Hierzu haben wir einen Katalog von ganzheitlichen Untersuchungen entwickelt, die der eigentlichen Planungsaufgabe vorangestellt werden.
Die beste Planungslösung für unseren Bauherrn
Die theoretische Aufarbeitung von Alltagsarchitektur der Nachkriegszeit und insbesondere von Gebäuden aus den 70er Jahren hat gesellschaftlich erst vor einigen Jahren eingesetzt. Für uns Architekten und Ingenieure bedeutet dies, dass die Revitalisierung von Bausubstanz aus dieser Zeit experimentellen Charakter hat und immer die individuelle Betrachtung des Bestandes erfordert. Wie umfangreich sollen oder können die Eingriffe in die Grundstruktur sein, um das gesetzte Ziel zu erreichen? Dies ergibt sich nicht allein aus der Bewertung der vorhandenen architektonischen Substanz. Immer berücksichtigen wir die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Projektes, um einen komplexen Abwägungsprozess zur Findung der besten Planungslösung und somit zukunftsweisende Projekte für unsere Bauherrn zu sichern.
Fotos: (1) Umbau Büro- und Geschäftshaus KÖ 17, Düsseldorf (Manos Meisen, Düsseldorf; aib, Duisburg) | (2, 3) Revitalisierung Kuhlenwall Karree Sparkasse Duisburg, Duisburg (Manuel Kubitza, Köln; aib, Duisburg) | (4) Um-/Neubau Helios Arztpraxis Tegelen/Niederlande (Stephan Brendgen, Monheim am Rhein; aib, Duisburg) | (5, 6) Fassadensanierung Wupperverband, Wuppertal (Manuel Kubitza, Köln; Sigurd Steinprinz, Düsseldorf) | (7) Erweiterung und Modernisierung MEPLA-WERKE (heute GRASS), Reinheim (Jan Kraege, Köln; aib, Duisburg)