


Ausgangslage
Die luxemburgische Stahlindustrie war vor Jahren die prägende wirtschaftliche Kraft im Süden des Landes. Aber auch hier forderte der industrielle Umbruch seinen Preis. Produktionen wurden gestrafft, Werke aufgegeben, Arbeitsplätze abgebaut. Viele Flächen, bisher von der Stahlindustrie genutzt oder vorgehalten, blieben nun ohne Verwendung.
Umnutzung
Die Frage nach ihrer Neunutzung stellte sich nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen. Ihr Verfall drohte auch zum Symbol des Niedergangs zu werden. Verantwortliche des luxemburgischen Stahlkonzerns ARBED S.A. und hochrangige Vertreter luxemburgischer Ministerien schlossen sich zur GIE/ERSID, einer Interessengemeinschaft für die Konversion der Flächen, zusammen. Für zehn Standorte mit einer Gesamtfläche von 640 Hektar sollten neue Nutzungen gefunden und damit Zukunftschancen eröffnet werden. In einer umfassenden Machbarkeitsstudie konnte aufgezeigt werden, daß der größte Teil der Flächen nach Aufbereitung, je nach Lage und Vornutzung, für die Ansiedlung von Betrieben, Wohnbebauung oder als öffentlicher Grünraum geeignet ist.
Strukturwandel als Chance
Damit boten sich vielfältige Möglichkeiten an, den in parallel erarbeiteten Analysen festgestellten Flächenbedarf für Industrie und Gewerbe, Handwerk und Handel, Freizeit und Wohnen zu decken. Die Aktivierung der ausgedehnten Brachen barg zudem die Chance, infrastrukturelle, städtebauliche und raumordnerische Defizite zu beheben.